Vom Wissen zum Handeln (1)

Eigentlich …

… wollte ich ja heute über die zunehmende Vernetzung und Digitalisierung schreiben; darüber, dass jeder zweite Mensch weltweit ein Smartphone hat, in das er sich bis zu 60mal täglich einloggt, was seiner Aufmerksamkeitsleistung sicher gut tut; darüber, dass damit die Entfernung von irgendwelchen natürlichen Lebensgrundlagen umso größer wird, und das Gefühl, diese schützen zu wollen, dafür umso kleiner; darüber, dass die Datenflut (Big Data) immer größer wird, und wir die Daten dooferweise ja selbst zur Verfügung stellen, so dass facebook, google und amazon ihre Absatzstrategien danach ausrichten können, und Versicherungen schon Boni dafür gewähren, dass Infos über Blutdruck und Puls regelmäßig übermittelt werden; oder darüber, dass diese Überwachung nebst anderen Formen immer weiter geht (NSA u.a.), nur darüber keiner mehr redet; und auch darüber, warum die meisten Menschen all den neuen Trends so automatisch wie Herdentiere folgen, ohne zu merken, was da eigentlich schleichend geschieht.

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Hallo, ist da wer?                   (Joujou / pixelio.de)

Dann kamen mir Gedanken über das Bloggen an sich; darüber, welchen Sinn diese autistischen Selbstgespräche und Rufe ins weite Netz überhaupt haben, ähnlich als würde ich mich auf einen einsamen Berg stellen, mit dem Weltall kommunizieren und auf Widerhall warten; darüber, dass jede Minute Zeit dafür vor dem Computer eigentlich wieder eine verlorene Minute ist, in der ich nicht im Grünen oder im Garten war, was mir die Chance gäbe, die vielfach beschriebenen guten Wirkungen von Pflanzen und Tieren zu verspüren.

Schließlich …

… besann ich mich meines Psycho-Berufes und ging dazu über, mir wieder einmal die Ursachen für die enorme Kluft zwischen Wissen und Handeln anzusehen. Englische Artikel aus Faulheit eigentlich vermeidend bekomme ich ab und zu von einem Freund Hinweise darauf, und kämpfe mich dann doch – mit einem Lexikon im zweiten Fenster – durch die hier beschriebenen umweltpsychologischen Aspekte.

Ohnmacht und erlernte Hilflosigkeit angesichts der heutigen Komplexität

So beschreibt Mary Pipher, eine kanadische Therapeutin und Autorin, ihre Gefühle beim Gedanken daran, dass sie sich zwar so sehr bemüht darum, dass ihre Weiterlesen